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Mehr als Waffen, Fastfood, Konsum und Cowboys

Denn das ist doch der Grund warum wir reisen: Wir wollen unseren Horizont erweitern und Menschen und ihre Sichtweisen verstehen. Es wäre schade, den weiten Weg auf sich zu nehmen, nur um dasselbe wie zu Hause vorzufinden!

Wie würdest du reagieren wenn Dein Klassenkamerad Dir erzählt, eine Pistole unter dem Bett zu haben? Und die Überraschung ist genauso auf amerikanischer Seite groß, wenn ich davon erzähle, dass man in Deutschland nicht einfach im Supermarkt eine Waffe kaufen kann. Die häufigste Frage, die mir anschließend gestellt wird ist, wie wir uns denn dann verteidigen würden?

Meiner Meinung nach ist es am sichersten, wenn einfach niemand eine Waffe hätte. Problem gelöst! Leider ist das nicht so einfach, denn was soll mit den Waffen geschehen, die schon im Gebrauch sind? Außerdem wollen sehr sehr viele Menschen in den USA ihr Recht zur Waffe nicht aufgeben. Nachdem Amerika sich seine Unabhängigkeit von den Briten erkämpft hatte, wollte man sich seine Freiheit absichern. Um sicherzustellen, nie wieder von der Regierung ungerecht behandelt zu werden, wurde das Recht auf eine Waffe in der Verfassung festgehalten. Damals hat man sich natürlich noch keine Gedanken gemacht beispielsweise über Kinder, die den Waffenschrank ihrer Eltern finden oder mit Waffen "spielen" und sich dabei versehentlich töten.

Obwohl die Stimme von Lobbyisten, die sich gegen Waffeneinschränkungen einsetzen, sehr laut ist, sprechen sich Waffenbefürworter, die ich kenne, für Background-Checks und sichere Aufbewahrung aus. Perspektiven ändern sich, gerade junge Menschen sind für mehr Regulierung. Beispielsweise hat meine Freundesgruppe vor zwei Wochen heftig bei einer Gerichtsverhandlung mitgefiebert. Das erste Mal wurde nicht nur ein Minderjähriger auf Grund eines Amoklaufs in der Schule verurteilt, sondern auch seine Eltern. Ein großes Statement für mehr Waffensicherheit! Es zeigt, dass eben auch Menschen in Verantwortung gezogen werden können, die Waffen  für ihre minderjährigen Kinder kaufen.

Aber wie stark beeinflussen Waffen wirklich meinen Alltag? Alles in allem habe ich vor meinem Aufenthalt  damit gerechnet, viel mehr damit konfrontiert zu sein. Wir haben regelmäßig Übungen in Schulen, wie wir uns in einer Schulschießerei verhalten sollen. Und natürlich ist es ab und an Gesprächsthema. Ich kann auch nicht leugnen schon mehrmals verneint zu haben, ob ich nicht doch mal die Pistole ausprobieren möchte.

Die amerikanische Kultur ist viel mehr ist als Waffen, Fastfood, Konsum und Cowboys. Momentan habe ich Ferien. Da meine Gastschwester bald die High School abschließt, besuchen wir Colleges. Ich bin fasziniert vom Schulstolz. Wenn wir an den top ausgestatteten Klassenräumen oder dem kostenlosen Gym vorbeilaufen, kann ich mir gut vorstellen in den USA zur Uni zugehen. Jedoch gibt es in der Präsentation irgendwann den Punkt, wo über die Kosten gesprochen wird. Sorry, aber bei 35 Tausend Dollar Schulgebühren im Jahr bin ich raus! Es ist wieder so ein Moment, in dem ich unsere Bildung in Deutschland sehr wertschätze.

Um meinen Artikel zusammenzufassen: Man findet in jeder Kultur Dinge, die wir nicht gewöhnt sind. Genauso oft wie ich mich schon darüber gewundert habe, dass meine Mitschüler schießen gehen, oder wie lange sie Collegeschulden zurückzahlen müssen, finden es Amerikaner beispielsweise bizarr das wir mit 16 Alkohol trinken dürfen. Ich finde es wichtig niemanden zu zwingen einverstanden zu sei, jedoch möchte ich jeden dazu ermutigen sich die Ursprünge für Gewohnheiten in anderen Kulturen anzuschauen. Denn das ist doch der Grund warum wir reisen: Wir wollen unseren Horizont erweitern und Menschen und ihre Sichtweisen verstehen. Im besten Fall nähern wir uns respektvoll an. Es wäre schade, den weiten Weg auf sich zu nehmen, nur um dasselbe wie zu Hause vorzufinden!

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