Mein Auslandsjahr in den USA ist jetzt offiziell zu Ende gegangen. Am 23. Juni hieß es für mich Koffer packen, Abschied nehmen und die Heimreise nach Deutschland antreten.
Die letzten Wochen und der Abflug
In den letzten Wochen vor meinem Flug habe ich noch jede freie Minute genutzt, um viel mit meinen Freunden zu unternehmen und letzte Ausflüge mit meiner Gastfamilie zu machen. Ich war noch einmal in meinem Lieblingsrestaurantessen und habe meine allerletzten Einkäufe bei Walmart und Target erledigt. Einige Tage vor meinem Abflug hatte ich noch eine Abschiedsfeier mit meinen Freundinnen. Der eigentliche Abschied am Flughafen in San Antonio war dann natürlich unglaublich schwer. Es war nicht leicht, meiner Gastfamilie und all den neu gewonnenen Freunden Tschüss zu sagen, aber gleichzeitig habe ich mich auch riesig auf meine Familie in Deutschland gefreut.
Ich bin zum Glück nicht alleine geflogen: Eine andere deutsche PPP-Stipendiatin, die ganz in der Nähe gewohnt hat und über das Jahr eine richtig gute Freundin geworden ist, war auf demselben Flug. Wir sind zusammen von San Antonio über Denver nach Chicago geflogen. In Chicago haben wir dann den Rest der Gruppe von unserer Austauschorganisation getroffen. Als wir dann alle zusammen im Flugzeug nach Frankfurt saßen, hat man erst so richtig realisiert, dass das Jahr jetzt vorbei ist. Auf dem langen Flugkamen verständlicherweise ziemlich gemischte Gefühle hoch. Meine Freundinnen hatten mir Abschiedsbriefe geschrieben, die ich im Flugzeug gelesen habe, was den Moment natürlich nicht leichter gemacht hat. Man merkt in so einem Momenteinfach, wie eng man mit den Menschen und dem Ort zusammengewachsen ist und wie schwer es fällt, das alles jetzt erst einmal hinter sich zu lassen. Aber am Ende ist diese Traurigkeit ja auch etwas Gutes: Sie zeigt einfach, wie unglaublich schön und gelungen das Jahr war. Wenn es so schwer ist, Tschüss zu sagen, hat man alles richtig gemacht. Am 24. Juni sind wir schließlich gelandet und wurden von unseren Eltern am Flughafen überglücklich in Empfang genommen.
Was ich aus dem Jahr mitnehme
Das Jahr war für mich in jeder Hinsicht lehrreich. Ich habe nicht nur mein Englisch verbessert und den Alltag sowie die Kultur dort kennengelernt, sondern durch das PPP auch viel über die US-Politik gelernt. Die Civic Education Week in Washington D.C. war dabei ein wichtiges Highlight. Durch die vielen Workshopsund die Gespräche mit den Menschen vor Ort hat sich mein Blick auf viele Dinge verändert. Auch unsere Betreuer haben uns unglaublich viele Informationen und neue Perspektiven mitgegeben. Dort ist mir erst richtig klar geworden, wie wichtig dieser Austausch für die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den USA ist und wie entscheidend es bleibt, diese Brücken zwischen unseren beiden Ländern aufrechtzuerhalten. Abgesehen davon habe ich mich als Mensch auch sehr weiterentwickelt: Ich bin durch die Erfahrung eigenständiger und weiß auch viele kleine Dinge aus Deutschland viel mehr zu schätzen. Wenn man beispielsweise am Anfang des Jahres nicht viele bzw. gute Freunde in den USA hat oder mal Probleme mit seiner Gastfamilie hat, schätzt man seine Freunde und Familie in Deutschland umso mehr.
Meine Aufgabe als „Junior-Botschafterin“ ist mit der Ankunft in Deutschland aber noch nicht vorbei. Was ich in Amerika gelernt und erlebt habe, teile ich jetzt hier mit meiner Familie, meinen Freunden und den Menschen in Deutschland, um das gegenseitige Verständnis weiterzugeben. Die Zeit in den USA ist zwar vorbei, aber die Freundschaften und die Erfahrungen bleiben.



