Gemeinsam mit Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hat Johannes Steiniger, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, am 21. August 2026 im Zementwerk Höver bei Hannover eine neue Testanlage für industrielle CO₂-Abscheidung in Betrieb genommen. Betreiber ist Holcim Deutschland, als Technologiepartner sind das britische Unternehmen Cool Planet Technologies und das Helmholtz-Zentrum Hereon aus Geesthacht beteiligt.
Die Zementindustrie gehört zu den Branchen, deren CO₂-Emissionen sich besonders schwer vermeiden lassen, weil ein großer Teil davon nicht aus der Energieerzeugung, sondern aus dem Produktionsprozess selbst stammt. In Höver wird das CO₂ deshalb nachträglich mithilfe spezieller Membranen aus der Abluft getrennt. Der Vorteil: Die Anlage wird dem Produktionsprozess nachgeschaltet, bestehende Zementwerke lassen sich so ohne grundlegende Umbauten nachrüsten.
In der jetzigen Ausbaustufe sollen bis zu 10.000 Tonnen CO₂ pro Jahr abgeschieden werden. Damit gehört Höver zu den ersten Industriestandorten in Deutschland, an denen CO₂ in größerem Maßstab abgetrennt wird. Langfristig plant Holcim, rund 90 Prozent der jährlich etwa 500.000 Tonnen CO₂-Emissionen des Werks abzuscheiden und das Gas als Rohstoff für andere Industrien nutzbar zu machen. Die zugrunde liegende Membrantechnologie wurde am Hereon entwickelt und bereits 2022 in Höver in kleinerem Maßstab erfolgreich erprobt.
„Die Bundesregierung fördert gezielt innovative Technologien für den Klimaschutz", so Steiniger. „Die Unternehmen und Wissenschaftler in unserem Land haben viele gute Ideen, die sie erfolgreich entwickeln und umsetzen, wie hier im Zementwerk in Höver. Darauf sind wir stolz. Die Bundesregierung will ihren Beitrag dazu leisten, CCU/S als Klimaschutztechnologie für Sektoren mit schwer vermeidbaren Emissionen wie in der Zementindustrie zu etablieren."
Das Projekt wird über das Bundesförderprogramm „Dekarbonisierung in der Industrie" mit rund 1,6 Millionen Euro unterstützt, auch aus Mitteln des EU-Fonds NextGenerationEU. Für den Standort bedeutet die Anlage zugleich eine Perspektive: Die Zementproduktion in Höver soll damit langfristig gesichert und Arbeitsplätze in der Region erhalten werden.



